Unternehmerische Verantwortung

Unser Handeln als Unternehmen orientiert sich nicht allein an ökonomischen Maßstäben. Ebenso berücksichtigen wir ökologische und soziale Belange. Das heißt, wir gehen verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen und der Umwelt um, kümmern uns um unsere Mitarbeiter und nehmen gesellschaftliche Aufgaben wahr.

Insbesondere wollen wir im Interesse künftiger Generationen den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung gerecht werden. Dazu hat sich unser Unternehmen mit dem Beitritt zum UN Global Compact im Jahr 2010 verpflichtet. Dieser Pakt zwischen den Vereinten Nationen, Unternehmen und Organisationen zielt darauf, mehr soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit zu verwirklichen. Unter den etwa 10.000 Mitgliedern befinden sich auch viele Kunden von KSB.

Normen beachten

Die im UN Global Compact definierten Verbesserungen in den Bereichen Arbeitsnormen, Umweltschutz und Geschäftsverhalten sowie die Achtung der Menschenrechte wollen wir nicht nur in unserem Unternehmen erreichen. Vielmehr fordern wir diese auch von unseren Lieferanten ein. Bereits 2012 haben wir dazu wichtige Zulieferer der KSB Aktiengesellschaft befragt. Im Berichtsjahr weiteten wir die Abfrage aus und erkundigten uns im globalen Rahmen, inwiefern sich unsere Geschäftspartner gleichfalls den von den Vereinten Nationen definierten sozialen, ökologischen und wirtschaft­lichen Werten verpflichtet fühlen. Mehr als 50 % unserer Lieferkette haben wir mit dieser Abfrage, die wir fortführen, bisher erreicht.

Aus Überzeugung halten wir uns an rechtliche und ethische Standards. Zugleich wahren wir so den guten Ruf von KSB, der das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern stärkt. Um ein mögliches Fehlverhalten im Voraus zu vermeiden, haben wir inzwischen mehr als 4.000 Mitarbeiter mit Compliance-Themen wie Korruptionsprävention und Kartellrecht vertraut gemacht. Besonders relevant waren solche Schulungen naturgemäß für die Mitarbeiter im Vertrieb und Einkauf, die sehr sensibel auf Normabweichungen reagieren müssen.

Trotz aller Vorsorge kann es zu Verstößen gegen geltendes Recht oder interne Verhaltensregeln kommen. In diesem Fall können Mitarbeiter ihre Vorgesetzten oder den Compliance-Beauftragten des Konzerns informieren. Darüber hinaus steht ein unabhängiger Ombudsmann als Ansprechpartner zur Verfügung, der die Anonymität des Informationsgebers wahrt. Seit 2013 dient die unparteiische Schiedsperson zugleich als Kontakt für eventuelle Fälle von Menschenrechtsverletzungen, beispielsweise Diskriminierungen.

Gesundheit fördern

Arbeitsausfälle von Mitarbeitern verringern die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Daher engagieren wir uns über die gesetzlichen Anforderungen der Arbeitsmedizin hinaus für die Gesunderhaltung der Belegschaft. Dies geschieht beispielsweise in Deutschland in ärztlicher Begleitung im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Ein ganzheitlicher Ansatz trägt dazu bei, körperliche und psychische Belastungen rechtzeitig zu erkennen und einzudämmen.

Hierbei setzen wir auf einen selbstbestimmten Umgang der Mitarbeiter mit ihrer Gesundheit. Wir unterbreiten dazu Angebote, die von Schutzimpfungen und anderen Vorsorgeleistungen bis zu PC-gestützten Bewegungsprogrammen und betrieblichen Sportangeboten reichen.

Natürliche Ressourcen schonen

Die komplexen Anforderungen an Unternehmen in Sachen Umweltschutz, Qualität und Arbeitssicherheit erfordern global abgestimmte Aktivitäten. Bei KSB leisten dies die zuständigen Mitarbeiter im Rahmen eines integrierten Managementsystems. Dieses ist auch für Zertifizierungen nach international gültigen Normen zuständig. 32 unserer 36 Produktionswerke besitzen heute solche Zertifizierungen. 2013 kam der australische Standort in Tottenham hinzu. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr Vertriebs- und Service­niederlassungen in Australien, Deutschland, der Tschechischen Republik und Ungarn zertifizieren lassen.

Durch effiziente Fertigungsprozesse reduzieren wir den Verbrauch an Energie und Rohstoffen so weit als möglich. An einigen unserer Standorte erzeugen wir umweltschonend Strom, den wir für unsere Arbeit nutzen. In Nashik / Indien leisten Wind, Sonne und Biogas einen Beitrag zur Energieversorgung des Werks. Auch an kleineren Standorten ohne Produktionsstätten achten wir auf die Herkunft der
elektrischen Energie. Unsere britische Gesellschaft nutzt seit 2013 „grünen Strom“, der 10 % weniger Emissionen verursacht.

Im brasilianischen Jundiaí haben wir ein ökologisches Musterwerk eingeweiht. Alle Einrichtungen des Standorts erfüllen die neuesten energetischen und umweltschutztechnischen Standards. Die Konstruktion der Fertigungshallen macht es möglich, bei ausschließlich natürlichem Licht zu arbeiten; künstliche Beleuchtung ist tagsüber nicht erforderlich. Solarenergie sorgt für warmes Wasser. Darüber hinaus speichert eine Anlage das Regenwasser, um es für industrielle Prozesse, sanitäre Einrichtungen und im Notfall zur Brandbekämpfung zu verwenden. In Indien haben wir 2013 ein bestehendes Regenwasser-Nutzungssystem erweitert.

Grünes Potenzial nutzen

Umweltbewusstes Verhalten unserer Mitarbeiter spart Energie. Gezielt regen wir unsere Belegschaft dazu an, eigene Ideen zu entwickeln, wie sich kostbare Ressourcen schonen lassen. Entsprechende Verbesserungsvorschläge kamen 2013 von Mitarbeitern aus Australien, Deutschland, der Schweiz, der Türkei und den Vereinigten Staaten. Das Ergebnis sind zahlreiche Einzelmaßnahmen, etwa das Einführen von Lichtern mit Bewegungssensoren, um unnötiges Beleuchten zu vermeiden.

In einem weltweit agierenden Unternehmen müssen die Menschen über größere Entfernungen hinweg kooperieren, was Besprechungen erfordert. Um Reisekosten und Umweltemissionen zu reduzieren, nutzen wir für diese direkte Kommunikation ein internationales Videonetzwerk. 2013 richteten wir acht neue Videokonferenzräume ein; heute verfügen wir damit über 54 Anlagen für die Bildschirmkommunikation in 17 Ländern. Im zurückliegenden Jahr fanden so mehr als 10.000 Konferenzen statt, um standortübergreifende Aufgaben zu besprechen und zu erledigen. Das Videonetzwerk bauen wir weiter aus.

Dort, wo Unternehmen produzieren, entsteht Abfall. Wir ver­suchen, möglichst wiederverwendbare Materialien einzusetzen. Damit sich diese Stoffe erneut nutzen lassen, müssen sie zuvor separiert werden. Deshalb haben wir seit 2013 alle unsere Service-Standorte verpflichtet, ihren Müll zu trennen – auch wenn lokale Gesetze dies nicht erfordern. In China änderten wir unsere Verpackungen, um Materialien, die sich nicht noch einmal verwenden lassen, auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

In zwei deutschen Werken testet KSB den Einsatz klima­freundlicher Elektrofahrzeuge mit einer Reichweite von 100 km.

Effiziente Produkte sparen Energie

Umweltschonende technische Produkte zeichnen sich auch dadurch aus, dass ihr Einsatz wenig Strom verbraucht. Solche energieeffizienten Erzeugnisse herzustellen und anzubieten, kommt dem wachsenden Interesse vieler Kunden entgegen. KSB hat sich bereits früh auf diese Entwicklung eingestellt und bietet ein umfassendes Konzept, um Einsparpotenziale zu nutzen.

Die Idee: KSB verbessert nicht nur einzelne Komponenten wie Pumpe und Antrieb, sondern betrachtet das gesamte hy­draulische System. Dazu besuchen Systemspezialisten die Betreiber von Pumpenanlagen vor Ort und führen eine möglichst umfassende Analyse durch. Gegebenenfalls empfehlen sie im Anschluss technische Anpassungen und stimmen An­lagenkomponenten so aufeinander ab, dass das System effizient arbeitet. In vielen Fällen lassen sich bis zu 60 % an Energieeinsparungen erzielen. Die Nachfrage nach diesem Service-Angebot ist im Berichtsjahr um rund 10 % gestiegen. Daher haben wir 2013 diese Dienstleistung verstärkt beworben. So wollen wir in Zukunft noch mehr Kunden dafür interessieren.

2012 und 2013 haben unsere Konstrukteure verschiedene Chemie- und Wassernormpumpen komplett überarbeitet. Auch hier achteten sie auf eine verbesserte Energieeffizienz der Aggregate.

Im Berichtsjahr haben wir eine hocheffiziente Heizungspumpe auf den Markt gebracht; sie erfüllt bereits die Effizienzanforderungen der Europäischen Union von 2015. Alleine die Europäer betreiben 140 Millionen Heizungsumwälzpumpen, die überwiegend ungeregelt laufen und häufig der größte Stromverbraucher im Haushalt sind. Durch den Austausch alter Aggregate gegen Hocheffizienzpumpen lassen sich Energieverbrauch und Emissionen reduzieren. Die EU-Kommis­sion sieht ein Einsparpotenzial von 23 Terawattstunden bis 2020. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch Irlands und würde die CO2-Emissionen um etwa elf Millionen Tonnen verringern.

bildungsarbeit unterstützen

Zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis gehört das verantwortungsvolle Engagement für die Gesellschaft. Heute leisten drei von vier KSB-Gesellschaften einen aktiven Beitrag zur sozialen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung im Umfeld ihrer Standorte. Vielerorts engagieren wir uns für Initiativen und Institutionen, um Menschen zu helfen. Ein Schwerpunkt unserer sozialen Aktivitäten liegt in der Bildung. Nicht zuletzt angesichts der demografischen Entwicklung in einigen westlichen Ländern wird sich die Anzahl an Fachkräften verringern. Daher sehen wir in der Bildung ein wichtiges Zukunftsthema. Als Gründungsmitglied der „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.“ tragen wir in 16 Bildungspartnerschaften mit Kindergärten und Schulen dazu bei, Kinder frühzeitig für Naturwissenschaft und Technik zu interessieren. KSB stellt dabei Lernmaterialien für Experimente sowie praktische Übungen zur Verfügung und befähigt Lehrer und Erzieher, sie richtig einzusetzen. Ein weiterer Bestandteil unseres Engagements in der Wissensfabrik ist ein Erzählprojekt für die frühkindliche Sprachentwicklung.

Im Jahr 2013 waren wir erstmals Gastgeber für den Regionalwettbewerb des größten europäischen Jugendwettbewerbs im Bereich Naturwissenschaften und Technik. Die 93 Teilnehmer von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ präsentierten in unserer Konzernzentrale Frankenthal ihre Projekte aus verschiedenen Fachbereichen.

Nicht immer fällt es jungen Menschen leicht, den Übergang von der Schule in die Berufswelt zu meistern. In Deutschland beteiligen wir uns an einem Netzwerk, in dem sich Schulen und Wirtschaft regelmäßig austauschen. Jugendliche sollen über konkrete Projekte erkennen, dass schulische Lerninhalte den Anforderungen für bestimmte Berufe entsprechen. Wir werben aktiv darum, dass sich weitere Unternehmen und Organisa­tionen an der Initiative beteiligen.

Auch in Brasilien unterstützen wir ein Programm, das Jugendliche auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Hierüber berichten wir ab Seite 62.

Vom Forschergeist infiziert: Zum ersten Mal veranstaltete KSB in Frankenthal den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“.

Weltweit engagiert

Über unseren Hilfsfonds KSB CARE setzen wir uns für verschiedene soziale Projekte in Asien ein. Der Schwerpunkt unseres Engagements lag dabei auch 2013 auf Bildungs­projekten. Beispielsweise statten wir in Indien und Indonesien Schulen und bedürftige Schüler mit fehlenden Lernmitteln und Equipment aus.

Die KSB-Gesellschaften in Südkorea und Taiwan unterstützten außerdem die Opfer des verheerenden Taifuns auf den Philippinen.

Traditionell stark engagieren sich unsere US-amerikanischen Mitarbeiter für gemeinnützige Organisationen. Im Umfeld der dortigen Standorte sind sie für Wohltätigkeitseinrichtungen aktiv, die sich beispielsweise um bedürftige Kinder und deren Familien kümmern. Regelmäßig spendet die Belegschaft Blut für das amerikanische Rote Kreuz.

Darüber hinaus hilft KSB weltweit mit finanziellen Mitteln. Alleine die KSB Aktiengesellschaft hat im Jahr 2013 verschiedene Organisationen und soziale Projekte mit rund 170.000 Euro sowie Sachspenden unterstützt.