Prognosebericht

Nach der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist zu erwarten, dass die globale Wirtschaft 2014 um real 3,7 % wächst. Den IWF-Einschätzungen folgend, gehen wir in unseren Planungen davon aus, dass die Industrieländer im laufenden Jahr, leicht beschleunigt, um 2 % zulegen werden. Anzunehmen ist weiter, dass die Eurozone die Rezession wieder verlassen und um 1 % wachsen wird; für die deutsche Wirtschaft liegt die Prognose zum Bruttoinlandsprodukt bei + 1,6 %. Sofern die Weltwirtschaft sich weiter erholt, ist damit zu rechnen, dass die Schwellenländer ein Wirtschaftswachstum um 5,1 % erreichen. Zu berücksichtigen ist allerdings die politische Entwicklung in Russland und in der Ukraine.

Dass sich die Nachfragesituation in unserer Branche weltweit verbessert, legt die Einschätzung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. nahe. Dieser rechnet damit, dass der globale Umsatz mit Maschinen preisbereinigt um 5 % steigen wird. Die Erwartungen für die deutschen Hersteller von Pumpen und Systemen sowie für Industriearmaturen liegen mit einer realen Umsatzsteigerung von nur 1 % allerdings deutlich unter dieser im Dezember 2013 veröffentlichten Gesamtprognose.

In diesem konjunkturellen Umfeld planen wir für das laufende Jahr ein deutliches Geschäftswachstum. Dabei kann ein höherer Ordereingang im Breitengeschäft mit Standardpumpen und -armaturen ebenso kurzfristig zu einer Umsatzerhöhung führen wie vermehrte Serviceaufträge. In unserem Projektgeschäft hingegen ist davon auszugehen, dass sich eine eventu­elle Besserung der Auftragslage erst ab 2015 im Umsatz zeigt. Bei größeren Vorhaben im Anlagenbau liegen die Lieferter­mine für Pumpen und Armaturen durchaus ein bis mehrere Jahre in der Zukunft.

Pumpen

Unser Geschäft mit Pumpen und zugehörigen Automationsprodukten werden wir im laufenden Jahr weiter ausbauen. Unter anderem streben wir an, noch stärker an Aufträgen aus der Chemie und Petrochemie zu partizipieren. Dazu wird die Einführung mehrerer Pumpenbaureihen beitragen, zu denen technisch überarbeitete Magnetkupplungs- und Spaltrohr­motorpumpen gehören.

Um unser Volumen im Breitengeschäft weiter zu erhöhen, richten wir uns mit der zu Jahresbeginn eingeführten Verkaufsorganisation zielgenauer auf diesen Absatzbereich aus. Dabei nehmen wir solche Länder in den Fokus, in denen wir in der Vergangenheit vor allem im Projektgeschäft erfolgreich waren. Zu den Maßnahmen, um den Absatz von Standardpumpen und -armaturen zu fördern, gehören fertigungstechnische und logistische Vorhaben, unter anderem in China.

Um auf ein kommendes Wachstum im Bergbau vorbereitet zu sein, werden wir in den USA die Gießereikapazitäten unserer Tochter GIW Industries, Inc. erweitern. Dieses Vorhaben dient dazu, größere und schwerere Pumpenteile herstellen und bearbeiten zu können. Durch technische Weiterentwicklungen und eine Ergänzung unseres Programms, beispiels­weise um Zyklon-Abscheider, wollen wir den Markt der Bergbautechnik außerdem mit höherer Wertschöpfung erschließen.

Für unsere mehrstufigen Hochdruckpumpen, wie sie die Kunden vor allem in der Kraftwerkstechnik einsetzen, wird sich die Auftragslage im laufenden Jahr allenfalls leicht verbessern.

Profitieren können wir von dem anhaltenden Trend zu mehr Energieeffizienz bei Pumpen und Motoren. Um diesen bestmöglich zu nutzen, stellen wir den Kunden 2014 unseren weiterentwickelten Hocheffizienzmotor SuPremE vor sowie eine neue Generation unseres Pumpenregelsystems PumpDrive, für das wir wichtige Komponenten von unserer italienischen Tochter REEL s.r.l. beziehen.

Aufgrund der technischen Nähe zu unseren Pumpen fertigen wir auch Mischer und Rührer, wie sie beispielsweise in Biogasanlagen zum Einsatz kommen. Neuland haben wir 2013 mit einer „Flatrate“ für solche Rührwerke betreten. So übernehmen wir für einen monatlichen Pauschalbetrag die technische Funktionsverantwortung einschließlich Wartung und ­Instandhaltung. Für diese kundenfreundliche Lösung, die dem Betreiber Investitionskosten spart, rechnen wir mit einem wachsenden Zuspruch.

Angesichts dieser Perspektiven erwarten wir im Konzernbereich Pumpen insgesamt einen moderaten Zuwachs beim Auftragseingang und beim Umsatz.

Armaturen

Im Armaturenmarkt gehen wir davon aus, dass die Auftrags­lage für unsere Kraftwerksventile und -schieber aufgrund ­einer geringen Nachfrage weiterhin schwierig bleibt. Gute Chancen ergeben sich bei Tieftemperaturklappen zum Absperren von Flüssiggas. Hier ist Asien nach wie vor der für uns wichtigste Markt, den auch unsere koreanische Tochter KSB Seil Co., Ltd. bedient.

Unsere vertriebliche Neuausrichtung wird es uns erleichtern, 2014 das Breitengeschäft mit Standardarmaturen auszuweiten. Vor allem in Europa und Asien sehen wir hier eine volumenstarke Nachfrage, die wir über unsere Verkaufsstellen, Außendienste und Händler bedienen. Durch unsere Werke in Europa, Asien und Amerika ist dabei die schnelle Versorgung der Kunden mit den gewünschten Produkten möglich.

Chancen ergeben sich auch durch neue ANSI-Ventile und -Schieber sowie ein breiteres Angebot an Regelarmaturen für unterschiedliche Anwendungsfälle. In Kooperation mit einem deutschen Hersteller von Spezialarmaturen wollen wir außerdem unser Regelarmaturengeschäft in Asien stärken.

Insgesamt gehen wir im Konzernbereich Armaturen davon aus, unser Geschäft mit Ventilen, Schiebern, Klappen und Kugelhähnen erweitern zu können. Dabei wollen wir im Auftragseingang wie im Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

Service

Im Service streben wir an, unser Geschäft im laufenden Jahr deutlich auszuweiten. Ausgangspunkt dieser Initiative ist unser schon im vergangenen Geschäftsbericht erwähntes Aftermarket-Projekt. Es zielt darauf ab, uns durch eine höhere Präsenz sowie umfassende Angebote von Dienstleistungen und Ersatzteilen in allen Regionen zu stärken. Dabei kommt uns das zunehmende Verständnis vieler Anlagenbetreiber entgegen, dass sich qualitativ hochwertige Serviceleistungen über verringerte Ausfallzeiten und niedrigere Energiekosten auf Dauer „rechnen“. Unseren Service, der über Pumpen und Armaturen hinausreicht, bieten wir vermehrt durch spezialisierte Außendienstmitarbeiter an. Sie offerieren den Kunden die Leistungen unserer stationären Reparaturzentren und der mobilen Einheiten sowohl für KSB-Produkte als auch für die Erzeugnisse anderer Hersteller.

Neben den klassischen Aufgaben wie Wartung, Reparatur und Ersatzteillieferung gewinnen aber auch unsere Beratungsleistungen an Bedeutung. Zu diesen gehört, dass wir Interessenten aufzeigen, welche energetischen Einsparungen sich ergeben, wenn wir ihre Pumpen umrüsten oder stromsparende Steuer- und Regelgeräte installieren.

In bestehenden Anlagen ist eine Modernisierung von Pumpen und Armaturen außerdem ein Weg, Neuinvestitionen zu vermeiden oder zu verschieben. Solche Retrofit genannten Maßnahmen bilden einen aktuellen Schwerpunkt unseres Angebots.

Perspektiven für einen wachsenden Serviceumsatz sehen wir vor allem außerhalb Europas. Dort führt uns der erwähnte Trend zu einem professionellen Service insbesondere in Asien neue Kunden zu. Gute Geschäftsaussichten bestehen im Bergbau in Asien und Amerika, wo für die eingesetzten Pumpen ein hoher Reparatur- und Ersatzteilbedarf vorhanden ist. Im europäischen Servicemarkt, in dem wir bereits seit vielen Jahren der führende Anbieter sind, wollen wir unsere prominente Marktposition halten.

Im Konzernbereich Service sehen wir für 2014 im Auftragseingang wie im Umsatz ein höheres, prozentual einstelliges Wachstum voraus.

PERSPEKTIVEN DES KONZERNS UND DER REGIONEN

In allen vier Regionen zielen wir im laufenden Jahr auf ein moderat bis deutlich wachsendes Geschäftsvolumen. Hierbei sind allerdings die im nachfolgenden Chancen- und Risiko­bericht dargelegten Eventualitäten zu berücksichtigen. Diese können nicht nur generell, sondern auch in einzelnen Regionen zu Entwicklungen führen, die den Geschäftsverlauf stärker als heute voraussehbar beeinflussen.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Europa

Unsere Gesellschaften im europäischen Markt streben ins­gesamt ein moderates Wachstum an. Dieses stützt sich auf den weiteren Ausbau des Breitengeschäfts sowie auf unsere Maßnahmen, um den Absatz mit Serviceleistungen und Ersatzteilen zu fördern. Mit diesen Initiativen treffen wir in den mittel­europäischen Ländern auf eine stabile sowie in Nord- und Osteuropa auf eine tendenziell wachsende Nachfrage. Die Markt­situation in Südeuropa wird sich, nach unserer Einschätzung, gegenüber 2013 in den meisten Ländern nicht wesentlich verändern.

Größere Auftragspotenziale sehen wir im europäischen Markt vor allem in der allgemeinen Industrie sowie in der Chemie- und Verfahrenstechnik. In diesen Absatzbereichen wollen wir überproportional wachsen und so unseren Marktanteil ausweiten. Eine Belebung des Projektgeschäftes erwarten wir im Export aus Europa. Darüber hinaus können einzelne, in den Vorjahren verschobene Vorhaben in der Energie- sowie der Wasser- und Abwasserwirtschaft zur Vergabe kommen.

Eine bessere Bedienung der Kunden erreichen wir außer über unsere neue Vertriebsorganisation auch im E-Commerce. Dazu haben wir unser Verkaufsportal im Internet mit neuen Funktionalitäten ausgestattet und sprechen neben den Kunden in der Gebäudetechnik verstärkt Käufer in der Industrie und in der Wasserwirtschaft an.

Mittlerer Osten / Afrika

In der Region Mittlerer Osten / Afrika erwarten wir im laufenden Jahr ein ökonomisches Wachstum. Dieses werden vornehmlich finanzkräftige Staaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate prägen sowie einige Länder mit hohem Aufholbedarf in ihrer Infrastruktur. Zu letzteren gehört auch der Irak. In den nordafrikanischen Staaten, die sich im politischen Umbruch befinden, erwarten wir keine positive Geschäftsentwicklung. Hingegen gehen wir im südlichen Afrika davon aus, dass unser Auftragseingang weiter ­zunimmt, gestützt auf die Nachfrage aus Bergbau und Wasserwirtschaft.

Unsere Konzernunternehmen in der Region werden aus heutiger Sicht ihr Geschäft insgesamt ausweiten können. Spürbar wachsen soll dabei das Geschäft mit Service und Ersatzteilen; hierzu wird eine Vergrößerung unseres Servicezentrums in Abu Dhabi beitragen.

Asien

In der Region Asien wird die Nachfrage im laufenden Jahr steigen, aber voraussichtlich nicht an die Zuwachsraten früherer Jahre anknüpfen können. Verantwortlich für die „Bremswirkung“ sind die allgemeine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China, stagnierende Investitionen in Indien sowie die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Korea und Indonesien.

Gute Absatzmöglichkeiten sehen wir aber in einzelnen Branchen wie der Industrie und der Energiewirtschaft in China, dem ­koreanischen Kraftwerks- und Schiffbausektor sowie der Wasser- und Abwasserwirtschaft in Malaysia, Singapur, Vietnam und auf den Philippinen. In Indien ist denkbar, dass sich nach den Parlamentswahlen im Mai 2014 die Bereitschaft zu Investitionen erhöht und die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt.

Um die Möglichkeiten des asiatischen Marktes noch besser zu nutzen, gründen wir neue Vertriebsgesellschaften, moderni­sieren Teile unseres Produktprogramms und knüpfen ein engeres Servicenetz. Im Wettbewerb mit nationalen Herstellern von Pumpen und Armaturen setzen wir auf unsere Fähigkeiten, Produkte und Komponenten vor Ort kostengünstig zu fertigen. Insgesamt rechnen wir mit einem Wachstum unserer asia­tischen Konzerngesellschaften.

Amerika / Ozeanien

Wegen der Entwicklung der Rohstoffpreise haben die Bergbauunternehmen in Nordamerika keine nennenswerten Neuinvestitionen geplant. Dies gilt auch für die Erschließung ­weiterer Ölsandvorkommen in Kanada. Das Geschäft unserer US-Tochter GIW Industries, Inc. konzentriert sich daher vor Ort hauptsächlich auf den Sekundärmarkt mit Service und Ersatzteilen. Ihr Angebot schließt Retrofit-Maßnahmen ein, um die Produktivität der Anlagen ihrer Kunden zu erhöhen. Aus dem Kraftwerksmarkt in den USA kommen ebenfalls keine Signale für nennenswerte Investitionen in neue konventionell oder nuklear befeuerte Großanlagen. Chancen bieten sich dort, wo infolge der gesunkenen Erdgaspreise kleinere Kombikraftwerke mit Gas- und Dampfkreisläufen entstehen.

In Südamerika treiben wir 2014 den Ausbau des Breitengeschäfts mit Pumpen und Armaturen sowie das Service- und Ersatzteilgeschäft voran. Für beide sehen wir ein hohes Wachstumspotenzial. Möglichkeiten für Aufträge schaffen darüber hinaus Projekte im Bergbau sowie in der Öl- und Gaswirtschaft, für die wir unter anderem Offshore-Bohrplattformen ausrüsten. Auch in der Wasser- und Abwasserwirtschaft bietet der Markt voraussichtlich bessere Chancen als 2013. Neben unseren Gesellschaften in Brasilien, Argentinien, Chile und Peru starten wir im laufenden Jahr mit einem eigenen Unternehmen in Kolumbien.

In Australien bleibt der Bergbau die treibende Kraft der Wirtschaft. Auch wenn die Rohstoffpreise keine nennenswerte Expansion dieses Sektors erwarten lassen, rechnen wir für unsere Produkte und Serviceleistungen in dieser Branche mit einem vergleichsweise deutlicheren Auftragswachstum.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der BRIC-Staaten

GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

Wir sehen für das Geschäftsjahr 2014 trotz konjunktureller Unsicherheiten gute Möglichkeiten, in allen drei Konzernbereichen unsere Volumenzahlen zu verbessern. Bei den Pumpen gehen wir im Auftragseingang von deutlichen und im Umsatz von geringen Anstiegen gegenüber den 2013 erreichten Werten aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) wird wegen der noch schwierigen Erlössituation im Projekt­geschäft voraussichtlich leicht unter dem Vorjahr liegen. Für den Konzernbereich Armaturen planen wir im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse im Auftragseingang, einen leichten Anstieg beim Umsatz und eine sehr deutliche Verbesserung des EBIT. Im Service streben wir für alle drei Kennzahlen jeweils ein deutliches Wachstum an.

Für den Konzern insgesamt rechnen wir gegenüber 2013 mit deutlichen Zuwächsen beim Auftragseingang und einem mo­deraten Anstieg beim Umsatz. Auch das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) sollte sich moderat verbessern, sodass die Umsatzrendite vor Ertragsteuern 2014 in gleicher Weise steigt. Für die Nettofinanzposition erwarten wir eine Verbesserung auf einen Wert von rund 200 Mio. €.

Um das operative Ertragsniveau der KSB AG zu erhöhen, werden wir die Ende des Jahres 2013 eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung auch 2014 konsequent weiterführen. Neben einer nach wie vor zurückhaltenden Investitionspolitik und einem starken Fokus auf die Entwicklung der Strukturkosten werden wir über sozialverträgliche Vorruhestandsre­gelungen die Anzahl der Beschäftigten um ca. 250 Mitarbeiter reduzieren.

Der zugrundeliegende Prognosezeitraum für die vorangehenden Ausführungen umfasst das Geschäftsjahr 2014. Über diesen Zeitraum hinausgehende wesentliche Sondereinflüsse sind uns nicht bekannt.

ZUKUNFTSBEZOGENE AUSSAGEN

Soweit dieser Bericht zukunftsbezogene Aussagen und Informationen enthält, beruhen diese auf Annahmen der Geschäfts­leitung. Sie drücken unsere aktuellen Prognosen und Erwartungen im Hinblick auf künftige Ereignisse aus. Folglich sind diese zukunftsbezogenen Aussagen und Informationen mit Risiken und Unsicherheiten behaftet, die außerhalb des Einflussbereichs der Geschäftsleitung liegen. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ereignisse oder Ergebnisse wesentlich von den dargestellten zukunftsbezogenen Aussagen und Informationen abweichen können, wenn eine oder mehrere der nachfolgend genannten, oder aber andere Chancen beziehungsweise Risiken und Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

Der Auftragseingang und Umsatz mit Service­leistungen sowie Ersatzteilen soll 2014 deutlich wachsen.