Geschäftsmodell des Konzerns

Der KSB Konzern hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunden weltweit mit qualitativ hochwertigen Pumpen und Armaturen sowie zugehörigen Systemen zu versorgen. Den Anwendern dieser Produkte steht darüber hinaus ein breites Serviceangebot zur Verfügung.

Im Konzern widmeten sich im Berichtsjahr 85 operative Tochtergesellschaften in 40 Ländern diesem Geschäftszweck. Neun Konzerngesellschaften übten eine Holdingfunktion aus. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir den Konsolidierungskreis voraussichtlich um zwei kleinere, bisher noch nicht konsolidierte Unternehmen in Spanien und Marokko erweitern.

Die KSB AG, Frankenthal / Pfalz, hält als Muttergesellschaft direkt oder indirekt die Anteile an den zum Konzern gehörenden Unternehmen. Die umsatzstärksten Gesellschaften des KSB Konzerns sind neben der KSB AG die

  • KSB S.A.S., Gennevilliers (Paris, Frankreich),
  • GIW Industries, Inc., Grovetown / Georgia (USA),
  • KSB Shanghai Pump Co. Ltd., Shanghai (China),
  • KSB Bombas Hidráulicas S.A., Várzea Paulista (Brasilien),
  • KSB Service GmbH, Frankenthal,
  • KSB Pumps Limited, Pimpri (Pune, Indien).

Die im Berichtsjahr eingetretenen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen haben sich partiell auf unsere Geschäftstätigkeit ausgewirkt. Sie sind – soweit für KSB relevant – in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben. Diese externen Einflussfaktoren haben jedoch unser grundlegendes Geschäftsmodell nicht tangiert.

Organisation, Leitung und Kontrolle

Die Leitung und Kontrolle des KSB Konzerns erfolgt durch den Vorstand der KSB AG. Strategie und Handlungsanweisungen des Vorstands werden in einer Organisation umgesetzt, die nach den Zuständigkeiten für Pumpen, Armaturen und Service gegliedert ist. Im Zentrum dieser Organisation stehen entsprechend ausgerichtete Konzernbereiche.

Alle Organisationseinheiten zielen in ihrem Handeln auf ein nachhaltig profitables Wachstum, das mittel- und langfristig die Zukunft und finanzielle Unabhängigkeit von KSB sichert. Die Geschäftsführung wird von einem aus zwölf Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat kontrolliert. Sechs Ratsmitglieder wählt die Hauptversammlung der Aktionäre, die übrigen sechs Mitglieder entsenden die Arbeitnehmer nach den Maßgaben des Mitbestimmungsgesetzes.

Märkte und Standorte

Im KSB Konzern machen Kreiselpumpen rund zwei Drittel des Umsatzes aus. Sie werden ebenso wie Absperrarmaturen an Anlagenbauer, Erstausrüster und Endkunden verkauft sowie teilweise über Händler in den Markt gebracht. Gleiches gilt für Steuerungs-, Regelungs- und Überwachungssysteme sowie Kompaktanlagen mit Pumpen und Armaturen.

Der am besten erschlossene Absatzmarkt für diese Produkte ist Europa; hier unterhält KSB seine wichtigsten Fertigungsstätten in Deutschland und Frankreich. Das Stammwerk der KSB AG in Frankenthal ist das größte europäische Werk vor den Fertigungsstätten in Pegnitz (Bayern), Halle (Sachsen­-Anhalt) und La Roche-Chalais (Frankreich).

Den zweitwichtigsten Markt finden KSB-Produkte in der Region Asien, gefolgt von Amerika / Ozeanien und der Region Mittlerer Osten / Afrika. Im außereuropäischen Raum liegen die größten KSB-Fertigungsstätten in Brasilien, China, Indien und den USA.

Insgesamt fertigt KSB Produkte und Komponenten in 18 Ländern; der Vertrieb erfolgt über eigene Gesellschaften und Vertretungen in mehr als 100 Staaten. Mit ihren Produkten bedienen die Konzerngesellschaften Kunden im verarbeitenden Gewerbe (Industrie), in der Chemie und Petrochemie, in der Energieversorgung, im Baugewerbe, in der Herstellung und dem Betrieb von Transportmitteln (beispielsweise Schiffe und Schienenfahrzeuge), in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie im Bergbau. Umsatzstärkste Marktbereiche für unsere Produkte waren auch 2013 das verarbeitende Gewerbe und die Energieversorgung.

Um unsere Produkte kostengünstig anbieten zu können, bündeln wir den Beschaffungsbedarf des Konzerns und suchen weltweit nach günstigen Lieferanten, die unsere Qualitäts­anforderungen erfüllen. Im Fokus stehen dabei derzeit asiatische Unternehmen. Unsere Marktstellung als einer der führenden Pumpen- und Armaturenhersteller können wir aufgrund guter und langfristiger Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten behaupten. Hierfür sind hervorragend ausgebildete und motivierte Mitarbeiter sowie ein hohes Qualitätsniveau unserer Produkte Grundvoraussetzungen.

Steuerungssystem

Basierend auf unserer Matrixorganisation ermitteln wir unsere wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren wie folgt:

Management-Entscheidungen treffen wir vorrangig auf Grundlage der für die Konzernbereiche Pumpen, Armaturen und Service ermittelten Kennzahlen: Auftragseingang, Umsatz sowie Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT). Weitere Informationen zu diesen Kennzahlen finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „VIII. Segmentberichterstattung“.

Darüber hinaus betrachten wir für die Steuerung des gesamten Konzerns die Umsatzrendite vor Ertragsteuern (Return on Sales) sowie die Nettofinanzposition. Die Umsatzrendite vor Ertragsteuern kennzeichnet das Verhältnis zwischen dem Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) und dem Umsatz; der Saldo aus Finanzschulden und verzinslichen Geldwerten (Wertpapiere des kurz- und langfristigen Vermögens, zinstragende Aus­leihungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Geldanlagen) ergibt die Nettofinanzposi­tion. In der Vorgabe und Bewertung solcher Kennzahlen orientieren wir uns einerseits an der Entwicklung des Marktes sowie andererseits an der unserer wichtigsten Wettbewerber.

Wir ziehen keine weiteren Kennzahlen, auch keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, zur primären Steuerung des Konzerns und somit zur Entscheidung von Managementfragen heran. Den Themengebieten Mitarbeiter, Umweltschutz und soziale Verantwortung messen wir allerdings eine besondere Bedeutung bei. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Management und Themen 2013“.

Kreiselpumpen und Absperrarmaturen sind unverändert die Hauptproduktgruppen für das globale Geschäft des KSB Konzerns.

Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung stellt innovative Verfahren bereit, generiert neue Produkte und arbeitet kontinuierlich daran, bestehende Baureihen zu verbessern. Er trägt in dieser Weise dazu bei, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und unser Geschäft weiter auszubauen.

Um diese Aufgaben zu erfüllen, wendeten wir im Berichtsjahr 47 Mio. € (Vorjahr 45 Mio. €) auf. In Relation zum Umsatz investierten wir wie im Vorjahr rund 2 % in diesen Bereich. Die so finanzierten Aktivitäten konzentrieren sich größtenteils auf die Hydraulik, die Werkstofftechnik sowie die Automatisation unserer Produkte. Weltweit waren 531 (Vorjahr 440) unserer Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung tätig. Die Personalkosten nahmen wie im Vorjahr etwa die Hälfte des genannten Budgets in Anspruch.

TECHNISCHE WEITERENTWICKLUNG VON NORM- UND BLOCKPUMPEN

Den größten finanziellen Aufwand haben wir 2013 betrieben, um die Baureihen Etabloc, Etanorm SYT, Etabloc SYT, ­Etaline-Z, HPK-L sowie Magnochem und Magnochem-Bloc technisch zu überarbeiten. Sie bilden neben der Etanorm und der MegaCPK, die wir schon 2012 modernisiert haben, das Rückgrat unseres Geschäftes in der Industrie-, Verfahrens- und Gebäudetechnik. „Mehr Leistung pro Pumpe“ – mit dieser Formel lassen sich die wesentlichen im Berichtsjahr ­erzielten Fortschritte beschreiben. Um hydraulisch verbesserte Konzeptionen konstruktiv umzusetzen, war eine Vielzahl an Berechnungen, Simulationen und Tests notwendig. Den Weiterentwicklungen folgte die Aufgabe, die neu eingeführten ­Bau­reihen in unser Auslegungsprogramm EasySelect zu inte­grieren.

EasySelect ermöglicht es unseren Kunden, immer die Pumpe oder Armatur für ihre Anwendungen auszuwählen, mit der sie die größte Energieersparnis erzielen. Hierzu hat ein interdisziplinäres Spezialistenteam eine neue Version dieses Programms erarbeitet, das unser Produkt-, Prozess- und Regel-Know-how kombiniert. Es schlägt eine Pumpe beispielsweise unter Berücksichtigung von Preis, Wirkungsgrad und Energiekosten vor. So erhalten Anwender schnell und unkompliziert sowohl technisch wie kaufmännisch passende Lösungsvorschläge für ihre Projekte.

COMPUTERSIMULATION VON „SPANNUNGSZUSTÄNDEN“

Viele wichtige Komponenten in Pumpen und Armaturen sind aus Gussmaterialien gefertigt, für die besondere Produktionsbedingungen bestehen. Dies gilt speziell für gleichzeitig korrosions- und verschleißbeständige metallische Legierungen. Hier zielten unsere Forschungsaktivitäten im Berichtsjahr darauf, Spannungen zu untersuchen, wie sie beim Erstarren des flüssigen Metalls während des Gießprozesses entstehen. Diese können zu Verformungen führen; im schlimmsten Fall ent­stehen Risse im Material, sodass das Bauteil für eine weitere Verarbeitung unbrauchbar ist. Um komplizierte Elemente wie Laufräder mit einer geringen Ausschussquote zu gießen, arbeiten unsere Pegnitzer Werkstoffexperten seit 2013 an ­einer Computersimulation, die solche Spannungszustände auf einer atomaren Basis vorhersagen. Diese virtuellen Ergebnisse vergleichen sie in der Praxis mit experimentellen Materialuntersuchungen. Ihre Resultate werden wir nutzen, um Pro­duktions- und Entwicklungskosten zu reduzieren sowie die Qualität unserer Produkte sicherzustellen.

NEUE GENERATION VON AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSSYSTEMEN

Seit vielen Jahren ist es Stand der Technik, Pumpen mit Elek­tronik zu verknüpfen. Durch den Einsatz intelligenter Regelsysteme können Pumpen heute sehr sparsam und damit ressourcenschonend arbeiten. Dank einer präzisen Abstimmung von Pumpe, Motor und Regelsystem erreicht das Aggregat hohe Gesamtwirkungsgrade. So lassen sich bei Anlagen mit einem schwankenden Förderbedarf die Energiekosten um bis zu 60 % reduzieren. Mit der neuen Generation unseres PumpDrive, den wir ab August 2014 sukzessive einführen, bieten wir unseren Kunden ein System zur flexiblen Drehzahlregelung. Dieses wird in einer einfachen Ausführung für die Gebäudetechnik und in einer komplexeren Ausführung für die Industrie zu haben sein. Letztere zeichnet sich durch ein breites Spektrum an Kommunikations-Schnittstellen aus, die eine problemlose Einbindung in die verschiedenen in der Industrie üblichen Bussysteme ermöglichen.

95 % aller Pumpen besitzen elektrische Antriebe. Mit unserem hocheffizienten SuPremE-Motor haben wir neue Maßstäbe im Bereich der Standardantriebe gesetzt. Um diesen zu betreiben, ist immer ein Frequenzumrichter erforderlich, da der Motor nicht direkt am Stromnetz starten kann. Bei Förderaufgaben mit wechselnden Mengen ist ein solches Gerät ohnehin sinnvoll und insofern keine Zusatzinvestition. Es gibt aber auch Einsätze, bei denen eine Pumpe einen konstanten Volumenstrom transportiert. Um die Sparmotortechnologie für solche Anwendungen wirtschaftlich interessant zu machen, arbeiten wir an Hybridmotoren, deren Rotoren sowohl über ­einen Kurzschlusskäfig als auch über Magnete verfügen. Bei diesen Antrieben wird der Rotor mit Hilfe dieses Käfigs beim Anfahren in die Drehbewegung versetzt. Dank der vorhandenen Magnete läuft er synchron zu der vom Stromnetz vor­gegebenen Frequenz. Das bedeutet, er lässt sich verlustarm und damit sehr sparsam betreiben, wie erste Proto­typen unter Beweis stellen.

In der Arbeit der KSB-Entwicklungsingenieure ergänzen Modelltests die Computersimulation von Strömungs­verhältnissen.

Konstruktionsbedingt gibt es auch eine Reihe von Pumpenbaureihen, bei denen Spezialantriebe zum Einsatz kommen. So haben zum Beispiel Unterwassermotorpumpen sehr schlanke, mit Wasser gefüllte Elektromotoren. Aufgrund der schmalen, zylindrischen Bauweise dieser Pumpen ist es nicht möglich, die Technologie zu verwenden, die wir bei unserem SuPremE-Motor einsetzen. Zwischen Rotor und Stator gibt es immer einen Abstand, der für eine freie Drehbewegung notwendig ist. Da sich Magnetfeldlinien im Wasser abschwächen, verschlechtert dieser Spalt den Wirkungsgrad des Motors. Um diesen Zwischenraum zu füllen, experimentieren wir mit ­Ferrofluiden. Hierbei handelt es sich um Flüssigkeiten, die auf magnetische Felder reagieren, ohne sich zu verfestigen oder zu verklumpen. Auf diese Weise können die Magnetkräfte besser von den Statorspulen zum Rotor gelangen. Im Berichtsjahr haben wir begonnen zu untersuchen, ob sich der Wirkungsgrad durch den Einsatz dieser Medien im Motorraum wirtschaftlich sinnvoll steigern lässt. Diese Prüfung setzen wir im laufenden Jahr fort.

Alle unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beurteilen wir nach ihrem Nutzen für die Wettbewerbsfähigkeit von KSB sowie die Ressourcen- und Umweltschonung. Um hierbei die bestmöglichen Erfolge zu erzielen, führen wir die individuellen Kompetenzen unserer Konzerngesellschaften in gemeinsamen Forschungsaufgaben zusammen. Darüber hinaus binden wir Forschungsinstitute und Universitäten in unsere Aktivitäten ein oder arbeiten in Verbundprojekten mit ­anderen Unternehmen zusammen.