Chancen- und Risikobericht

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist der KSB Konzern globalen wie regionalen Risiken ausgesetzt. Unsere Risiko­politik richten wir darauf aus, nachhaltig und profitabel zu wachsen. Hierzu streben wir an, die mit unserer Geschäfts­tätigkeit verbundenen Risiken zu mindern und wo möglich zu vermeiden. Gleichzeitig bieten unsere globale Ausrichtung und unser breites Produktspektrum eine Fülle von Chancen. Hierzu zählen wir insbesondere solche, die auf Basis der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entstehen, aber ebenso diejenigen, die sich mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit unserer Produkte verbinden. Auch der Ausbau unseres weltweiten Vertriebs- und Produktionsnetzes verbessert unsere Wettbewerbsposition bei der Vergabe von Aufträgen. Dabei überprüfen wir stets Möglichkeiten, unsere globale Präsenz weiter zu erhöhen; das erreichen wir einerseits durch Neugründungen, andererseits durch Akquisitionsprojekte.

Um die vielfältigen Chancen und Risiken kompetent und effizient zu managen, richten wir unser Handeln entsprechend aus und orientieren uns bei der Auswahl der Verantwortlichen am jeweiligen Sachverhalt. Wichtige Überwachungsaufgaben übernehmen dabei das Controlling, das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Interne Revision. Das Rechnungswesen erstellt außerdem den Jahres- und den Konzernabschluss.

Risikomanagementsystem

KSB hat ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert, um relevante Risiken zu erfassen, zu bewerten und an die Konzernzentrale zu melden. Dieser Prozess sowie die Verantwortung des Managements sind in unserem Risiko­managementhandbuch dokumentiert. Die Verantwortlichen sind angehalten, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden, wie sie aus dem Eintreten riskanter Ereignisse resultieren können, zu vermeiden oder zu begrenzen. Alle Konzernbereiche, Zentralabteilungen und Beteiligungsgesellschaften, somit auch die Gruppengesellschaften, die nicht zum Konsolidierungskreis gehören, sind in das Risikomanagementsystem eingebunden. Die jeweils Verantwortlichen sind verpflichtet, monatlich ihre Geschäfts- und Finanzkennzahlen bereitzustellen. Neben der quartalsweisen Vorschau zur Geschäftsentwicklung melden sie zweimal jährlich alle erkannten Risiken an die Konzernzentrale. Dabei unterscheiden wir hohe (> 70 %), mittlere (30 % bis 70 %) und geringe (< 30 %) Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Risikofelder Märkte / Wettbewerb, Projekte / Produkte, Finanzen / Liquidität, Beschaffung, Technologie / Forschung und Entwicklung sowie Umwelt, Personal und Sonstige Risiken. Entsprechend ihrer möglichen wirtschaftlichen Ausprägung ermitteln wir daraus die Einstufung in hohe, mittlere und geringe Risiken. Diese Vorgehensweise bietet uns die notwendige Transparenz, um Ri­siken gesamthaft zu erkennen und sie wirksam, wirtschaftlich verantwortungsvoll und kompetent zu steuern. Darüber hinaus prüfen das Finanz- und Rechnungswesen sowie das Controlling alle gemeldeten Risiken auf ihre Relevanz für die Abschlusserstellung und stellen so eine systematische Verknüpfung mit dem Prozess der Konzernrechnungslegung sicher. Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhalten auf Basis dieser Informationen mindestens zweimal pro Geschäftsjahr einen Risikobericht mit allen als hoch oder mittel eingestuften Risiken, welche im Vorfeld definierte Schwellenwerte – ohne Berücksichtigung getroffener Gegenmaßnahmen – einzeln oder kumulativ überschreiten. Besonders kritische Themen sind von den verantwortlichen Managern ad hoc zu melden. Chancen werden in diesem System hingegen nicht ­berücksichtigt, sondern separat bei Konzernbereichsleitern und Regionalverantwortlichen abgefragt.

Risikomanagementsystem im KSB Konzern

Hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken bedienen wir uns außerdem einer zusätzlichen Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation. Diese Aufgabe obliegt dem zentralen Finanzwesen und ist an anderer Stelle in diesem Kapitel detailliert beschrieben.

Der Compliance-Risiken nimmt sich der Chief Compliance Officer an; er ist der Stabsstelle „Recht & Compliance“ zugeordnet. Ihn unterstützen die Mitglieder des Compliance ­Committees und die Compliance-Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften.

Die Interne Revision ist als Teil unseres internen Kontrollsystems in das Risikomanagementsystem eingebunden. In ihrer Planung priorisiert sie Themen nach Risikopotenzialen und erhält sämtliche dazu notwendigen Informationen. Die Revi­soren stellen sicher, dass alle geprüften Einheiten die gültigen Richtlinien beachten, aktiv am Risikomanagementsystem teilhaben und ihre Risiken steuern oder vermeiden. Die Informationen der Internen Revision über erkannte Risiken sowie eingeleitete Gegenmaßnahmen sind integraler Bestandteil der Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.

Unser Risikomanagementsystem wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf, beispielsweise bei relevanten gesetzlichen oder organisatorischen Änderungen, zeitnah aktualisiert. Außerdem wird es von unserem Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung verifiziert.

INTERNES KONTROLLSYSTEM UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM BEZOGEN
AUF DEN KONZERNRECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, eine ordnungsgemäße Finanzberichterstattung sicherzustellen. Ziel ist es zu gewährleisten, dass Konzern­abschluss und Konzernlagebericht mit allen einschlägigen Vorschriften übereinstimmen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem zuvor dargestellten Risikomanagementsystem – Richtlinien und Regelwerke, die einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von all unseren Konzerngesellschaften vollständig anzuwenden. Funktions­trennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet; dies stellen Prüfungen unserer Internen Revision ­sicher.

Zusätzlich validiert das Rechnungswesen regelmäßig und analytisch die Plausibilität von Zeitreihen sowie von Plan-Ist-Abweichungen. Somit erkennen wir frühzeitig signifikante Veränderungen, die wir dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Die Verantwortung für die Konzernrechnungslegung liegt bei den Mitarbeitern des zentralen Konzernrechnungswesens. Für bestimmte Kalkulationen im Rahmen der Rechnungslegung (beispielsweise die Berechnung komplexer versicherungsmathematischer Pensionsverpflichtungen) ziehen wir qualifizierte externe Gutachter hinzu.

Für das Rechnungswesen des KSB Konzerns und das jewei­lige Rechnungswesen der einzelnen Tochtergesellschaften gelten verbindliche Terminpläne sowie Richtlinien. Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in einem Handbuch schriftlich fixiert, das wir fortlaufend aktualisieren und weiterentwickeln. Dieses umfasst auch die Richtlinie für die Verbuchung konzerninterner Vorgänge. Neue Rechnungslegungsvorschriften und andere offizielle Verlautbarungen analysieren wir kon­tinuierlich im Hinblick auf ihre Relevanz und ihre Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Dazu sind wir in regelmäßigem Kontakt mit unseren Wirtschaftsprüfern. Bei Bedarf passen wir unsere Richtlinien sowie das Handbuch entsprechend an und kommunizieren dies unverzüglich an unsere Gesellschaften. Die Einhaltung dieser Maßgaben überwacht ebenfalls das Konzernrechnungswesen. Damit reduzieren wir das Risiko, dass wir den Abschluss nicht sachgerecht aufstellen oder nicht fristgerecht veröffentlichen.

Die Abschlussinformationen aller Konzernunternehmen verarbeiten wir automatisiert mittels einer zertifizierten und ­geprüften Konsolidierungsstandardsoftware. Diese Daten validieren wir mithilfe systemtechnischer Kontrollen. Dabei auftretende Warnmeldungen klären die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens, bevor sie diese Daten verwenden. Die Nutzung des Konsolidierungsmonitors innerhalb unseres IT-Systems gibt die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte strikt vor. Somit ist die Verarbeitung fehlerfreier Daten jederzeit gewährleistet.

Damit der Prozess der Rechnungslegung reibungslos und korrekt erfolgt, beteiligen wir hieran ausschließlich Mitarbeiter mit dem entsprechenden fachspezifischen Know-how. Um das Expertenwissen dieser Mitarbeiter aktuell zu halten, werden sie regelmäßig geschult.

Für das rechnungslegungsbezogene IT-System haben wir Zugriffsberechtigungen definiert. So schützen wir die Daten vor nicht genehmigtem Zugriff sowie unzulässiger Verwendung und Veränderung. Darüber hinaus stellen die vielfältigen Prüfschritte die Qualität der Verarbeitung sicher. Sie tragen ebenso dazu bei, operationelle Risiken zu begrenzen wie re­gelmäßige Systemprüfungen des Abschlussprüfers.

CHANCEN- UND RISIKOKATEGORIEN

Nachfolgend dargestellte Kategorien zeigen die Risikofelder, die sich in hohem Maße nachteilig auf unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie unsere Reputation auswirken können. Außerdem sind neben den Risiken die wesentlichen Chancen für unsere Geschäftsentwicklung innerhalb dieser Kategorien aufgeführt. Die wichtigste Einflussgröße ist die konjunkturelle Entwicklung, alle übrigen Chancen und Risiken sind nachrangig zu bewerten.

Märkte / Wettbewerb

Unser Geschäft wird durch Veränderungen in den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Dazu gehören Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft und gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklungen wie die hohe Verschuldung der öffentlichen Haushalte in den USA und einigen europäischen Ländern. Sie bergen das Risiko einer Rezession, welche die Nachfrage nach unseren Produkten negativ beeinflussen würde.

Im Projektgeschäft sind wir abhängig von Branchen mit langen Investitionszyklen. Dort kann es dazu kommen, dass Kunden Auftragsvergaben verzögern. Wegen der immer noch bestehenden Überkapazitäten auf der Anbieterseite hält außerdem der Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte an. Insbesondere asiatische Wettbewerber drängen mit ihren Erzeugnissen auf den globalen Markt. Dem Risiko von Konjunktur- und Nachfrageschwankungen begegnen wir dadurch, dass wir in mehreren Marktbereichen und Branchen mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen aktiv sind. Außerdem beobachten wir die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Marktbereiche. Falls erforderlich, passen wir Kapazitäten an und setzen Einsparmaßnahmen um.

Sollte sich das Investitionsklima schneller als erwartet bessern und damit auch der Konjunktur entsprechenden Auftrieb ­geben, würde dies die Nachfrage nach unseren Produkten im Projektgeschäft fördern.

Wie erfolgreich wir im Geschäft mit Pumpen, Armaturen und Serviceleistungen für die Kraftwerkstechnik sein können, ist abhängig von der globalen Energienachfrage sowie von Regulierungen durch die jeweilige Energie- und Umweltpolitik in den Ländern unserer Kunden. Speziell in Deutschland befindet sich der Kraftwerksmarkt infolge der von der Bundesregierung eingeleiteten „Energiewende“ weiterhin im Umbruch. Da wir mit unseren Produkten und Serviceleistungen in größerem Umfang die Betreiber von Großkraftwerken einschließlich nuklear betriebener Anlagen bedienten, haben wir Geschäftsvolumen verloren. Das müssen wir durch ein Umsatzwachstum in anderen Ländern und Einsatzfeldern von Pumpen und ­Armaturen ausgleichen. Soweit diese Substitution mit einem unerwartet hohen Aufwand verbunden ist, kann dies die ­Ertragslage deutlicher belasten als geplant. Eine stärkere Ausrichtung unserer Kunden auf Betriebssicherheit und geringe Lebenszykluskosten, wie sie unsere Produkte bieten, kann zusätzliche Geschäftschancen eröffnen.

Sollten sich Energieversorger außerhalb Europas früher als vorausgesehen für den Bau neuer Kraftwerke entscheiden, erhöhen sich unsere Chancen im Projektgeschäft.

In den Märkten des Nahen und Mittleren Ostens sowie in Nordafrika steht die Verwirklichung vieler Großprojekte aus. Hintergrund ist die anhaltend instabile Lage in mehreren Ländern. Die derzeit geringere Anzahl an neuen Auftragsvergaben bedingt einen hohen Preis- und Lieferzeitdruck, auf den wir uns einstellen. Chancen sehen wir in einigen Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait und Oman sowie in der Sub-Sahara-Region. Dort bieten wir unsere Pumpen und Armaturen für Infrastrukturprojekte an, die der Wasser- und Ener­gieversorgung dienen oder die Abwasserreinigung verbessern sollen. Darüber hinaus haben wir in einigen rohstoffreichen Ländern unsere Aktivitäten im Bergbau-Geschäft intensiviert. Beschlüsse über Ausfuhrbeschränkungen in einzelne Länder der Region können prinzipiell ein Risiko für unsere Auftragsbestände und -chancen bedeuten.

In Wachstumsmärkten wie den BRIC-Ländern besteht das Risiko, dass Konkurrenten mit neuen Produktionskapazitäten den Wettbewerb verschärfen und unser geplantes Wachstum verzögern. Schwächen sich die Währungen in für uns wich­tigen Ländern ab, kann dies insbesondere unsere Exporte aus Europa erschweren. Gleichzeitig besteht die Chance, dass ­unsere Produktionsstätten in Ländern mit schwächeren Währungen von einer solchen Entwicklung profitieren und mit­telfristig ihren Export erhöhen. So könnten sie verstärkt zum globalen Wachstum im Konzern beitragen.

In einigen südamerikanischen und asiatischen Ländern, deren wirtschaftliche und politische Stabilität sich verbessert hat und deren Infrastrukturbedarf hoch ist, sind wir dabei, uns mehr zu engagieren. Dies verschafft unseren Produkten mittelfristig zusätzliche Märkte.

Insgesamt zielen unsere Projekte darauf, unser Chancenpotenzial für ein nachhaltig profitables Wachstum zu vergrößern. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass sich im Zeitraum, in dem wir unsere Vorhaben durchführen, Märkte oder technische Anforderungen verändern, sodass einzelne Chancen neu zu bewerten sind. Voraussichtlich werden daher nicht alle ­unsere Projekte in der vorgesehenen Weise zum Erfolg führen. Falls nötig, passen wir Ziele und Maßnahmen an neue Ge­gebenheiten an. Gleichzeitig zeigen veränderte Marktbedingungen in der Regel andere Erfolgspotenziale auf.

Auch ein weiterentwickeltes Produktprogramm erhöht unsere Marktchancen. Gute Geschäftsmöglichkeiten sehen wir unter anderem in der Gebäudetechnik, für die wir neue Umwälzpumpen eingeführt haben. Verbesserte Produkte erweitern außerdem unsere Chancen in der Öl- und Gaswirtschaft sowie im Bergbau. Geschäftsübergreifend möchten wir mit effizien­teren elektrischen Antrieben den Kundennutzen erhöhen und unsere Marktdurchdringung verbessern.

Projekte / Produkte

Die Abwicklung von Großprojekten mit längeren Laufzeiten verbindet sich stets auch mit Risiken. So kann es zu Kostenüberschreitungen, personellen Engpässen, technischen Schwierigkeiten oder Qualitätsproblemen kommen, die – einschließlich möglicher Vertragsstrafen – unsere Margen verringern. Deshalb schulen wir unsere Mitarbeiter im Projektmanagement und befähigen sie, Gefahren im Zusammenhang mit länger laufenden Aufträgen frühzeitig zu erkennen. Hierzu sind unsere Projektleiter mit entsprechenden Management-Werk­zeugen ausgestattet. Entscheidungen verbinden sich mit klar strukturierten Genehmigungsprozessen. Für das Gewährleistungs- und Pönalerisiko bilden wir entsprechende Rückstellungen. Im Konzernabschluss 2013 waren es 43 Mio. €, im Jahr zuvor 49 Mio. €; darüber hinaus besteht kein weiteres wesentliches Restrisiko (Nettorisiko).

Aufträge mit neu konstruierten Produkten bergen sowohl technische wie finanzielle Risiken. Die erstgenannten Risiken grenzen wir insoweit ein, als wir bei Entwicklungsarbeiten Zwischenschritte definieren und Teillösungen einer Prüfung unterziehen. Dies gilt auch für Pumpen, die wir im Rahmen ­eines über mehrere Jahre laufenden Großauftrages für den Bau eines neuen Kraftwerkstyps in China bereitstellen. Finan­zielle Risiken minimieren wir durch entsprechende Gestaltung der Verträge. Wir achten darauf, dass Anzahlungen unsere anfallenden Kosten decken.

Grundsätzlich ermöglichen es uns technische Weiterentwicklungen, neue attraktive Anwendungsgebiete zu erschließen und den Kundennutzen zu verbessern.

Zur Stärkung unseres Produktportfolios gehört es, dass wir Firmen akquirieren oder Gemeinschaftsunternehmen bilden. Solche Schritte bergen grundsätzlich Risiken, die sich daraus ergeben, dass wir neue Mitarbeiter integrieren, Prozesse harmonisieren und Produkte in ein vorhandenes Programm einfügen müssen. Mit entsprechenden Analyseverfahren bewerten wir solche Vorhaben jeweils in einer detaillierten Chancen/ Risiken-Abwägung.

Die politische Forderung nach energiesparenden, umweltfreundlichen Produkten und die daraus resultierende Nachfrage der Kunden eröffnen für neue und effiziente Produkte zusätzliche Wachstumschancen.

Indem wir an einzelnen Standorten die Kapazitäten erweitern, erhöhen wir die Chancen, auf eine steigende Nachfrage un­serer Kunden schnell und mit größeren Stückzahlen zu reagieren. Gleichzeitig bergen solche Investitionen Risiken wie ­Termin- und Kostenüberschreitungen oder ein zu geringes Auftragsvolumen zum Zeitpunkt der Fertigstellung. Um diese zu minimieren und unsere Chancen bestmöglich zu wahren, durchlaufen alle Investitionen einen schrittweisen Genehmigungsprozess.

Finanzen / Liquidität

Akquisitionen führen in der Regel dazu, dass der Immaterielle Vermögenswert steigt. Negative Veränderungen des Markt­umfeldes oder eine verzögerte Integration unserer Neuerwerbungen vermögen aber die geschäftliche und finanzielle Entwicklung einer neuen Einheit zu beeinträchtigen. Dies kann dazu führen, dass sich der Geschäfts- oder Firmenwert ver­ringert. Daher verfolgen wir sehr genau, welchen Verlauf die Geschäfte eines von uns akquirierten Unternehmens nehmen (Post-Merger-Phase).

Im Projektgeschäft sehen wir Risiken für unsere Margen und die Liquidität. Neben dem anhaltenden Druck auf unsere Verkaufspreise, der die Gewinnspannen verkleinert, gehören dazu ungünstige Vertragskonditionen wie reduzierte Anzahlungen und schärfere Pönalebedingungen. Diesem Risiko begegnen wir, indem wir die Genehmigungsprozesse in der Angebotsphase genau beachten; außerdem überwachen wir laufend unsere Nettofinanzposition. Auf diese Weise sind wir in der Lage, Liquiditätsengpässe zu erkennen und zu vermeiden. Gegebenenfalls sichern wir ausreichende Liquidität, indem wir frühzeitig entsprechende Kreditlinien vereinbaren.

Anhaltende Rezessionen können die Finanzsituation unserer Kunden erschweren. Hieraus resultierende Zahlungsverzö­gerungen sowie Forderungsausfälle würden unsere Ertragslage belasten. Der gleiche Effekt entstünde, wenn sich Devisenbestimmungen einzelner Länder verschärften.

Auch Rechtsstreitigkeiten sowie behördliche Verfahren können unser Geschäft beeinträchtigen.

Um Risiken aus Geschäften zu verringern, die wir in unterschiedlichen Währungen tätigen, ergreifen wir Maßnahmen zur Kurssicherung. Dafür nutzen wir in erster Linie Devisenterminkontrakte, sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Indem wir unsere Produktionsstandorte weltweit stärken, betreiben wir eine natürliche Währungssicherung bei weiter volatilen Devisenmärkten.

Unser weltweites Produktionsnetz bietet uns auch die Möglichkeit, von Währungseffekten zu profitieren und diese gegebenenfalls im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu nutzen.

Die neben dem Euro wichtigste Währung für den KSB Konzern ist der US-Dollar. Sollte der Wechselkurs von unseren Plan­annahmen abweichen, hätte dies positive oder negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen und auf unsere Ergebnissitua­tion.

Um zu vermeiden, dass wir Forderungen an Kunden nicht einbringen, haben wir ein striktes Debitorenmanagement etabliert und nutzen Warenkreditversicherungen.

Beschaffung

Rohstoffpreise und Beschaffungszeiten unterliegen immer wieder starken marktbedingten Schwankungen. Wo es uns nicht gelingt, Kostensteigerungen zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben, beeinflusst dies unsere Ertragslage negativ. Engpässe oder Verzögerungen in unserer Versorgungskette für Rohstoffe und Komponenten können ebenfalls zu Beeinträchtigungen unserer geschäftlichen Aktivitäten führen. Wenn wir nicht zeitnah von sinkenden Beschaffungspreisen profitieren, kann sich, bei anhaltendem Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte, die Ertragslage verschlechtern.

Daher sind wir aktiv dabei, alternative und günstigere Lieferquellen, vor allem im asiatischen Raum, zu erschließen. Hierzu wollen wir unsere Einkaufsaktivitäten noch stärker vernetzen und Bedarfe weiter bündeln. Je nachdem, welche ­Beschaffungsvolumina sich daraus ergeben, können die Preisvorteile größer sein als ursprünglich geplant. Gleichzeitig achten wir allerdings darauf, dass nicht durch eine zu starke Ausrichtung auf wenige Lieferanten Abhängigkeiten entstehen, die ein deutlich höheres Risikopotenzial bergen könnten.

Technologie / Forschung und Entwicklung

Für unsere erfolgreiche Zukunft ist es essenziell, über ein Produkt- und Leistungsprogramm zu verfügen, das in Technik, Preis und Lieferzeit marktgerecht ist. Die sich ändernden Bedürfnisse unserer Kunden wie auch neue Normen und Vorschriften erfordern es, unsere Erzeugnisse sowie unsere Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die für Innovationen nötige Forschung und Entwicklung ­verbrauchen erhebliche finanzielle Mittel und personelle Ressourcen, wobei deren Einsatz aber nicht in jedem Einzelfall erfolgreich sein kann.

Um negative Auswirkungen auf die Ertragslage zu vermeiden, ist es wichtig, die marktbedingten oder technischen Risiken frühzeitig zu erkennen. Hierfür aktualisieren wir ständig unseren Entwicklungsprozess, zu dem verschiedene Kontroll­stufen gehören. Da in diesen Prozess regelmäßig Mitarbeiter aus dem Verkauf eingebunden sind, können Risiken, die aus zwischenzeitlichen Veränderungen in den Märkten oder Anwendungsbereichen resultieren, rechtzeitig in die Beurteilung einfließen. Gleichzeitig ermöglicht uns diese enge Verzahnung, schneller als unsere Konkurrenz auf neue Markttrends zu ­reagieren.

Sich verändernde technische Prozesse bieten Raum für neue Produkte. Hierzu gehören beispielsweise Verfahren, um Energie effizienter zu nutzen, Wasser besser aufzubereiten und Rohstoffe kostensparender zu gewinnen. Unser Netzwerk mit Technologiepartnern, Kunden und Lieferanten sowie Repräsentanten aus Wissenschaft und Politik erlaubt es uns, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und unser Produkt­programm entsprechend zu modifizieren.

Umwelt

Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt insbesondere im Bereich der Produktion zahlreichen Umweltschutzgesetzen und -vorschriften. Es besteht das Risiko, dass aus Umweltschäden Verluste entstehen, die nicht durch eine Versicherung abgedeckt sind. Daher überwachen Beauftragte an allen Stand­orten die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften sowie der KSB-internen Regeln, die teilweise über die vorgegebenen Umweltstandards hinausgehen.

Bei Akquisitionsprojekten überprüfen wir vorhandene Liegenschaften vor einem Kauf auf mögliche Altlasten. Stellen wir Belastungen fest, bilden wir Rückstellungen, um notwendige Sanierungen zu finanzieren.

In Märkten mit sich verschärfenden umweltrechtlichen Regulierungen gibt es grundsätzlich die Gefahr, dass es durch ­unsere Produkte und eigene oder zugekaufte Dienstleistungen zu Verstößen kommt, durch die wir die für diese Geschäfte notwendige Genehmigung verlieren und unsere Reputation schädigen. Auch veränderte Haftungsregelungen im Umweltschutz können die Risiken für unseren Geschäftserfolg erhöhen. Über sich anbahnende umweltrechtliche Neuerungen informieren wir uns daher frühzeitig als Mitglied in nationalen und internationalen Fachverbänden. Ferner existieren in unseren Landeseinheiten sogenannte Rechtskataster, die wir permanent pflegen. So stellen wir sicher, dass sich unsere Mitarbeiter an das jeweils geltende Recht halten. Im Rahmen der Managementzertifizierungen überwachen dies außerdem externe ­Auditoren.

Mit unserem nach internationalen Normen zertifizierten Umweltmanagementsystem sowie unserer Mitgliedschaft im UN Global Compact entsprechen wir auch den Anforderungen vieler Kunden, die von ihren Lieferanten ein umweltgerechtes Verhalten erwarten. Durch unsere Maßnahmen für den Umweltschutz und ein nachhaltiges Wirtschaften erhalten und vergrößern wir daher unsere Auftragschancen.

Personal

Um unsere Wachstums- und Renditeziele zu erreichen, benötigen wir an allen unseren Standorten qualifizierte Mitarbeiter, zu denen beispielsweise technische Spezialisten gehören. Aufgrund des demografischen Wandels in einigen Ländern nimmt der Wettbewerb um diese und andere hochqualifizierte Fachkräfte zu. Er wird sich in Phasen eines wirtschaftlichen Aufschwungs noch verschärfen.

Wir begegnen diesem Risiko mit bedarfsorientierten Maßnahmeplänen, einer systematischen Personalplanung und internationalen Rekrutierungsprozessen.

Sich ändernde Marktbedingungen können einen negativen Einfluss auf den Finanzierungsstatus unserer Pensionsverpflichtungen haben. Aktuell validieren wir alternative Modelle.

Sonstige Chancen und Risiken

Schwerwiegende geschäftliche Nachteile können infolge der Manipulation und des Verlusts elektronischer Daten entstehen. Durch geeignete Zugangsverfahren und Sicherungssysteme minimieren wir dieses Risiko. Indem wir die IT-Systeme un­serer verschiedenen Geschäftseinheiten zentralisieren, setzen wir hohe Sicherheitsstandards um und verringern so das Ri­siko für Datenverluste oder -beschädigungen.

Zu den Risiken im Zusammenhang mit der Tätigkeit unserer Mitarbeiter können prinzipiell auch ein unredliches Verhalten oder Verstöße gegen Rechtsvorschriften gehören. Diese wären geeignet, das Ansehen von KSB zu schädigen. Durch wiederholte Compliance-Schulungen und gezielte Einzelmaßnahmen in kritischen Regionen beugen wir diesen Risiken vor und ­sichern die Reputation bei unseren Kunden.

WESENTLICHE CHANCEN UND RISIKEN NACH SEGMENTEN

Die Chancen und Risiken für die Konzernbereiche Pumpen, Armaturen und Service werden am stärksten durch die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst. Wesentlich für den Konzernbereich Pumpen sowie in abgemilderter Form für die Konzernbereiche Service und Armaturen ist darüber hinaus die Unsicherheit, unter welchen Rahmenbedingungen sich das Kraftwerksgeschäft künftig entwickeln kann. In vielen Ländern ist die Frage noch offen, wie die Energiewirtschaft den kommenden Strombedarf decken soll. Politische Zukunftsentscheidungen können sich dabei stärker als momentan vermutet auf die Absatzentwicklung unserer Produkte für Systeme zur konventionellen oder erneuerbaren Energieversorgung auswirken. Ein unerwartet starkes Bekenntnis einzelner Länder, nukleare Kraftwerkskapazitäten zu erweitern, hätte eventuell positive Auswirkungen auf unser Geschäft.

Für unsere wesentlichste Einflussgröße, die konjunkturelle Entwicklung, sehen wir gegenüber dem Vorjahr eine nahezu unveränderte Risikoeinschätzung. Hiermit einhergehend erwarten wir erste Impulse und somit bessere Chancen für unser Projektgeschäft. Darüber hinaus bergen die europäischen und amerikanischen Staatsschuldenkrisen gleichermaßen Chancen und Risiken für alle Konzernbereiche. Wo ein steigender Wettbewerbsdruck entsteht, beeinflusst dieser die Erlösqualität neuer Aufträge, vor allem in den USA und den Ländern Südeuropas. Rezessionen und einen verschärften Wettbewerb spüren oftmals auch unsere Kunden, was deren Zahlungsfähigkeit in Einzelfällen negativ beeinflussen kann.

Schwächere Währungen in Wachstumsländern können unsere Exporte, insbesondere die aus unseren europäischen Werken, gefährden. Gleichzeitig besteht die Chance, dass unsere Produktionsstätten in den betroffenen Ländern von solchen Entwicklungen profitieren und ihrerseits verstärkt exportieren.

RISIKOBERICHT ÜBER DIE VERWENDUNG VON ­FINANZINSTRUMENTEN

Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Handlungsrahmens. Wir richten unsere finanziellen Transaktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse unse­res Geschäftes aus. Ziel ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und unsere Aktivitäten zu optimalen Bedingungen zu finanzieren. Exportgeschäfte tätigen wir unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken. Unser Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, unsere Außenstände termingerecht einzubringen.

Kavitationsprüfungen und andere Testreihen in unseren Einrichtungen für Forschung und Entwicklung erhöhen die Zuverlässigkeit unserer Produkte und damit deren Marktchancen.

Aufgrund unseres Geschäftes müssen wir uns mit folgenden finanzwirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen:

Einerseits unterliegen wir dem sogenannten Kreditrisiko. Hierunter verstehen wir den möglichen Ausfall oder verspäteten Eingang vertraglich vereinbarter Zahlungen. Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko. Dieses beinhaltet, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Ferner sind wir dem sogenannten Marktpreisrisiko ausgesetzt. Währungs- oder Zinsänderungen können einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben. Risiken von Wertpapier-Kursschwankungen sind für uns nicht wesentlich.

Um Risiken aus Geschäften mit unterschiedlichen Währungen zu verringern, ergreifen wir Maßnahmen zur Kurssicherung. Dafür nutzen wir in erster Linie Devisenterminkontrakte, sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Zur Abdeckung der Währungsrisiken bestehen zum Jahresende De­visentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von insgesamt 211,9 Mio. € (Vorjahr 196,5 Mio. €). Überwiegend sind Fremdwährungspositionen in USD gesichert. Indem wir unsere Produktionsstandorte weltweit stärken, können wir eine natürliche Währungssicherung bei weiter volatilen Devisenmärkten realisieren.

Zur Minimierung von Zinsänderungsrisiken haben wir Zins­swaps abgeschlossen, mit denen wir Zahlungsströme aus Grundgeschäften in Höhe von 70,7 Mio. € (Vorjahr 75,1 Mio. €) absichern. Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen hinsichtlich ihrer variablen Zinsbindung und Fälligkeiten (2 bis 4 Jahren) überein.

All diese Risiken begrenzen wir mittels eines adäquaten Risikomanagementsystems. Durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen regeln wir den Umgang mit diesen Risiken. Darüber hinaus überwachen wir ständig die aktuellen Risikoausprägungen und geben die gewonnenen Erkenntnisse in Form standardisierter Berichte sowie individueller Analysen an Vorstand und Aufsichtsrat weiter.

Weitere Informationen zu den drei Risikobereichen und der bilanziellen Auswirkung finden Sie im Konzernanhang im Kapitel „VI. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten“.

ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER CHANCEN- UND RISIKOLAGE

Die Chancen und Risiken des KSB Konzerns werden ganz wesentlich von gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren und ­deren Effekten auf die weltweiten Maschinenbaumärkte und den Wettbewerb geprägt.

Insgesamt gehen wir für das nächste Jahr von einer moderaten Konjunkturbelebung aus. Nachlassende Konjunkturdynamik in den Wachstumsmärkten sowie negative Entwicklungen, die aus den Staatsschuldenkrisen in Europa und Amerika resultieren könnten, stellen allerdings Risiken dar. Ferner können neue fiskalpolitische Konsolidierungsbemühungen und Un­sicherheiten hinsichtlich der künftigen energiepolitischen Ausrichtung das Projektgeschäft mehr als erwartet belasten. Dies hätte sowohl negative Effekte auf unser Geschäftsvolumen als auch auf das geplante Ergebnis.

Der KSB Konzern baut in diesem Umfeld weiter auf seine ­Fähigkeit, Kapazitäten und Ressourcen flexibel den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen.

Insgesamt ist unter Berücksichtigung aller bekannten Sachverhalte und Umstände derzeit keine den Fortbestand des Konzerns sowie einzelner Gesellschaften gefährdende Entwicklung erkennbar.