ANHANG

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM KONZERN

Die KSB Aktiengesellschaft, Frankenthal / Pfalz (im Folgenden KSB AG genannt), ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ludwigshafen am Rhein unter der Nummer HRB 21016 eingetragen und hat ihren Firmensitz in Frankenthal / Pfalz, Deutschland.

Der KSB Konzern ist weltweiter Anbieter von qualitativ hochwertigen Pumpen und Armaturen sowie zugehörigen Systemen. Den Anwendern dieser Produkte steht darüber hinaus ein breites Serviceangebot zur Verfügung. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in drei Segmente aufgeteilt: Pumpen, Armaturen und Service.

Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss der KSB AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Dabei haben wir das Rahmenkonzept sowie alle am Bilanzstichtag gültigen Standards und die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee angewendet. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International ­Accounting Standards (IAS). Somit steht der Konzernabschluss der KSB AG in Einklang mit den IFRS.

Der Konzernabschluss wurde unter der Going-Concern-Prämisse gemäß IAS 1.25 aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, eingeschränkt durch die Marktbewertung bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie bei der erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (inklusive derivativer Finanzinstrumente). Darüber hinaus bewerten wir unsere Beteiligungen an assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode.

Geschäftsjahr der einbezogenen Unternehmen ist das Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Alle wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung sind gesondert dargestellt und in diesem Anhang erläutert.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes ange­geben ist.

Konzernabschluss und -lagebericht werden wie auch der Jahresabschluss und Lagebericht der Muttergesellschaft beim Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

Der vorliegende Konzernabschluss, der vom Aufsichtsrat voraussichtlich am 25. März 2014 gebilligt wird, wurde vom Vorstand am 14. März 2014 freigegeben.

Neue Rechnungslegungsvorschriften
  • a) Im Geschäftsjahr 2013 erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

    Die folgenden neuen sowie überarbeiteten Standards des International Accounting Standards Boards (IASB) waren erstmalig für das Geschäftsjahr 2013 anzuwenden:

    Die Änderung des IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ erfordert im Sonstigen Ergebnis eine Trennung nach Posten, die sich in Folgeperioden in der Gewinn- und Verlustrechnung auswirken werden (sogenanntes „Recycling“) und solche, die sich nicht auswirken werden. Zusätzlich sind für diese beiden Kategorien die jeweiligen Steuereffekte gesondert darzustellen. Auswirkungen für den KSB Konzern ergeben sich hieraus nur für die Darstellung der Gesamtergebnisrechnung.

    Der überarbeitete IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ beinhaltet Neuregelungen zur Erfassung, Bewertung und Darstellung des Aufwands für leistungsorientierte Pensionspläne sowie von Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeitverhältnissen sind als sogenannte „other long term employee benefits“ ratierlich über die Laufzeit anzusparen und nicht mehr im Sinne von „termination benefits“ bei Vertragsabschluss vollständig zu passivieren). Der Planvermögensbestand darf künftig nicht mehr mit der erwarteten Rendite des Planvermögens verzinst werden, sondern mit dem für die Verbindlichkeit verwendeten Diskontierungszinssatz (Nettozinsmethode). Durch die Abschaffung der Korridormethode sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste (erfahrungsbedingte Berichtigungen und Auswirkungen von Änderungen versicherungs­mathematischer sowie demografischer Annahmen) nun unter Berücksichtigung des relevanten Steuereffekts unmittelbar erfolgsneutral im Eigenkapital im Sonstigen Ergebnis zu erfassen. Gemäß den Übergangsvorschriften erfolgt die Erstanwendung des überarbeiteten IAS 19 retrospektiv. Somit sind die dargestellten Vorjahreszahlen so ermittelt, als wären die neuen Regelungen bereits im Vorjahr angewendet worden. Die bislang, der Korridormethode folgend, außerhalb der Bilanz mitgeführten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wurden innerhalb des Eigenkapitals zum 31. Dezember 2012 um 91 Mio. € erfolgsneutral angepasst, hierbei sind 11 Mio. € Aktive und 28 Mio. € Passive latente Steuern berücksichtigt. Die Effekte bei den Rückstellungen beliefen sich zum 31. Dezember 2012 auf 130 Mio. €. Die Auswirkungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand sind von untergeordneter Bedeutung. Dies gilt auch für die einzelnen Effekte aus der Neuregelung der Bilanzierung der Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeitverhältnissen.

    Die Regelungen des IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der IFRS“ betreffen schwerwiegende Hochinflation und die Beseitigung fixer Daten bei erstmaliger Anwendung der IFRS sowie Darlehen der öffentlichen Hand; sie haben keine Relevanz für den KSB Konzern. Ebenso die Änderung des IAS 12 „Ertragsteuern“ betreffend die Bewertung von latenten Steuern für Investment Properties.

    Die Änderungen an IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“ betreffen erweiterte Angabepflichten zur Saldierung bilanzierter finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IAS 32.42. Auswirkungen auf den KSB Konzernabschluss ergeben sich hieraus nicht.

    Der zum 1. Januar 2013 verpflichtend prospektiv anzuwendende IFRS 13 „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert“ beschreibt standardübergreifend die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts („Fair Value“) und erweitert die Anhangangaben. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, den unabhängige Marktteilnehmer unter marktüblichen Bedingungen zum Bewertungsstichtag bei Verkauf eines Vermögenswertes vereinnahmen oder bei Übertragung einer Verbindlichkeit zahlen würden. Die Erstanwendung führte zu keinen wesentlichen Abweichungen bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte.

    Die Interpretation IFRIC 20 „Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Tagebau“ bezieht sich ausschließlich auf Kosten der Abraumbeseitigung in der Abbauphase einer Tagebaumine und hat keine Relevanz für den KSB Konzern.

  • b) Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften
    Die folgenden neuen Interpretationen sowie Standards und Überarbeitungen von Standards waren noch nicht verpflichtend anzuwenden und werden im Geschäftsjahr 2013 nicht berücksichtigt:

    IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ ersetzt die in IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse“ enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung und ändert die Definition von „Beherrschung“ dahingehend, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewandt werden. Beherrschung setzt Verfügungs­gewalt und variable Rückflüsse voraus.

    IFRS 11 „Gemeinschaftliche Vereinbarungen“ betrifft Unternehmen, die gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen („Joint Venture“) oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit („Joint Operation“) ausüben und ersetzt den bisherigen IAS 31 „Anteile an Gemeinschaftsunternehmen“. Es entfällt die früher zulässige Quotenkonsolidierung für Gemeinschaftsunternehmen, welche nun ausschließlich nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

    IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ bündelt alle erforderlichen Anhangangaben in Bezug auf Tochterunternehmen, gemeinsame Vereinbarungen und assoziierte Unternehmen sowie nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen in einem Standard. Damit werden die bisher in IAS 27, 28 und 31 enthaltenen Angabepflichten ersetzt und um weitere Angabeerfordernisse ergänzt. Somit erwarten wir aus der Anwendung des IFRS 12 umfassendere Angaben im Konzernanhang.

    Die Ergänzung des IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ stellt die Voraussetzungen für die Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten in der Bilanz klar.

    Mit der Änderung von IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“ sollen unerwünschte Folgewirkungen auf die Angabepflichten aus der Einführung des IFRS 13 beseitigt werden.

    Die Änderung von IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Fortführung der Sicherungsbilanzierung in Fällen, in denen als Sicherungsinstrument designierte Derivate aufgrund gesetzlicher oder aufsichtsrechtlicher Bestimmungen auf eine zentrale Clearingstelle übertragen werden.

    Es werden keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Anhangangaben des KSB Konzerns infolge der Änderungen des IFRS 10 und 11 sowie IAS 27, 28, 32, 36 und 39 erwartet.

    IFRS 9 „Finanzinstrumente“ regelt Klassifizierungs- und Bewertungsanforderungen von finan­ziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Eine Übernahme der Neuregelungen in europäisches Recht ist bisher nicht erfolgt. Auswirkungen auf den KSB Konzern werden geprüft.

    Die übrigen neuen oder geänderten IFRS-Verlautbarungen in der zuvor genannten Übersicht haben nach gegenwärtiger Einschätzung keine oder keine wesentliche Relevanz für den KSB Konzern.

    Grundsätzlich verzichten wir auf eine freiwillige vorzeitige Anwendung der zuvor genannten neuen oder geänderten Standards und Interpretationen.